Wenn man zum ersten Mal nach Venedig kommt, weiß man gar nicht so recht, wo man mit dem Besichtigen dieser tollen Stadt anfangen soll. Natürlich dürfte der Markusplatz eines der ersten Ziele sein. Doch in den Dom kommt man nciht so leicht hinein. Wer nicht vorab Tickets organisiert hat, muss sich auf lange Wartezeiten gefasst machen.
Ich für meinen Teil bin natürlich auch erst einmal zum Markusplatz gegangen, habe die Außenfassade des Doms bewundert und bin dann zur Riva degli Schiavoni, der Uferpromenade vor dem Dogenpalast flaniert. Von dort aus hatte ich dann das erste Ziel im Blick, das ich besichtigen wollte: die Isola San Giorgio Maggiore mit der gleichnamigen Basilika darauf.
Wer sich bislang nur zu Fuß in der Stadt bewegt hat, wird jetzt zum ersten Mal ein Vaporetto, einen der Wasserbusse Venedigs benötigen. Vor dem Dogenpalast gibt es eine Anlegestelle der Linie 2, die einen zur Insel bringt. ich liebe diese Fortbewegungsmittel! Ein bisschen seefest sollte man schon sein, da sie gerade in der Lagune oder wenn man damit Richtung Murano oder Burano fährt, ziemlich ins Schwanken kommen können. Nach einigen Fahrten an meinem ersten Tag in der Lagunenstadt hatte ich abends im Bett immer noch das Gefühl mit dem Vaporetto durch die Gegend zu schaukeln. Doch die Beförderung damit ist sicher und man bekommt vom Wasser aus viel zu sehen.

Aus einiger Entfernung sieht der Turm der Basilika San Giorgio Maggiore dem Campanile auf dem Markusplatz sehr ähnlich. In der groben Baustruktur und der Farbgebung sind die beiden identisch, doch der Turm von San Giorgio Maggiore ist etwas verschnörkelter, die Spitze schmäler. Die beeindruckende Basilika lässt sich am besten vom Wasser aus fotografieren, zumindest sofern man nicht über ein gutes Weitwinkelobjektiv verfügt, denn der Platz vor der Kirche ist beschränkt – wie man leider auch an meinem Foto bemerkt.
Zur Geschichte der Kirche
Die Chiesa Giorgio Maggiore gehört zu einem Benediktinerkloster, in dem noch heute einge Mönche leben. Das Kloster wurde 982 gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutensten Benediktinerklöster Italiens. Der Bau der Kirche wurde 1565 in Auftrag gegeben und schließlich 1610 beendet. Der weithin sichtbare Campanile kam erst 1791 hinzu, nachdem der vorherige Glockenturm 1774 eingestürzt war.
Das gibt es zu sehen
Die Kirche, die dem Heiligen Georg geweiht ist, hat eine beeindruckende Größe, die umso deutlicher wird, da sie, wie viele Kirchen Italiens, nicht bestuhlt ist. Auffällig ist, dass die Orgel über dem Hochaltar angebracht ist. Dieser befindet sich auf etwa zwei Drittel der Länge der Kirche und man sollte sich das letzte Drittel auf keinen fall entgehen lassen. Denn hinter dem Altar befindet sich das Presbyterium mit dem hölzernen Chorgestühl. Dieses ist genauso als wie die Kirche selbst und besitzt 82 Sitze. 48 von Ihnen wurden mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Benedikt ausgestaltet. Im Kirchenraum finden sich zahlreiche Kunstwerke, unter anderem von Jacopo und Domenico Tintoretto.
Nicht entgehen lassen sollte man sich die Aussicht vom Campanile, dem Glockenturm der Kirche. Zwar muss man ein paar Treppenstufen meistern, doch der Großteil des Weges nach oben kann in einem Aufzug (kostenpflichtig) zurückgelegt werden, was tatsächlich bei italienischen Kirchtürmen eher eine Seltenheit ist. In luftiger Höhe kann man eine herrliche Aussicht genießen.
Aber auch jedem, der sich nicht auf den Turm begeben will, bietet sich von der Isola San Giorgio Maggiore aus ein wunderbarer Blick hinüber auf den Stadtteil San Marco.

Wo?
Öffnungszeiten
Töglich von 10 bis 18 Uhr
Die Chiesa San Giorgio Maggiore kann kostenlos besichtigt werden. Lediglich einige Räume des Klosters, wie beispielsweise die Sakristei oder eine Totenkapelle, können nur mit einer Führung besucht werden.
Website
www.abbaziasangiorgio.it (nur auf Italienisch)
Übersicht und Erklärung zu den Kunstwerken in der Kirche (deutsch)
