Florenz ist sehr lebendig, Tag und Nacht ist dort immer etwas los. Nach drei oder vier Tagen in der Stadt, in der jede Menge Touristen unterwegs sind, kann einem das schnell auch einmal zu viel werden. Deshalb empfehle ich, die ein oder andere Ruheoase aufzusuchen, die es dort auf jeden Fal auch gibt – auch wenn sie gut versteckt sind. Wer Lust hat, die Stadt ein wenig hinter sich zu lassen, der ist gut damit beraten, das kleine Städtchen Fiesole und das dort befindliche Convento di San Francesco aufzusuchen. Es handelt sich um ein Kloster, das auf einem Hügel oberhalb von Florenz thront und das bereits auf das 14. Jahrhundert zurückgeht. Neben himmlischer Ruhe kann man dort auch eine herrliche Aussicht auf die Stadt und das umliegende Land genießen.

Vom Marktplatz von Fiesole aus gelangt man über eine gepflasterte Straße und einige Stufen hinauf zum Kloster. Auf halber Höhe gibt es eine wunderbare Aussichtsmöglichkeit auf Florenz – und auch zum Verschnaufen im Schatten, sollte der Aufstieg in sommerlicher Hitze etwas anstrengend werden. Es lohnt sich aber Schritt dort hinauf.



Das Gelände und die Kirche des Klosters sind frei zugänglich, auch den kleinen Kreuzgang kann man kostenlos besuchen. Außerdem gibt es ein kleines Missionsmuseum und einen Klosterladen, in dem man handgefertigte Produkte kaufen kann, beispielsweise Seife, Marmelade oder Liköre.
Das Kloster wurde 1330 gegründet. Damals baute ein florentinischer Wohltäter auf dem Hügel eine kleine Kapelle und ein Haus für Benediktinerinnen. Diese mussten ihre kleine Niederlassung Ende des 14. Jahrhunderts wegen der Kriege zwischen Florenz und Mailand aufgeben. 1399 ließen sich dann Mönche an der gleichen Stelle nieder und bauten das Kloster von da an zu seiner heutigen Größe aus.






Auf dem Weg nach oben bzw. unten rentiert sich übrigens ein genauer Blick auf die Hauswände, an denen man vorbeikommt. Hier gibt es nämlich ein wenig Street Art zu entdecken.


Mein Tipp:
Fiesole kann wunderbar mit der Linie B des roten „Hop on, Hop off“-Busses von City Sightseeing erreicht werden. Im Gegensatz zu den städtischen Buslinien fahren die Sightseeingbusse regelmäßig und sind sehr pünktlich. Die Zuverlässigkeit der normalen Buslinien lässt dagegen zeitweise sehr zu wünschen übrig. Die Haltestellen der Busse sind meist leicht zu finden, wohingegen man bei den normalen Bussen oft schon genau wissen muss, wo diese halten, weil Schilder fehlen oder sehr versteckt angebracht sind. Außerdem wird mitunter auch die Linienführung ohne große Ankündigung geändert. Mit den Sightseeingbussen muss man sich keine Sorgen machen, wie man wieder zurück in die Stadt kommt. Bislang haben sich die höheren Kosten für mich immer rentiert, weil ich einfach entspannter unterwegs war.
Die Linie B hält auf dem Marktplatz von Fiesole (Station 8) und macht dort meist auch eine kleine Pause, bevor es zurück in die Stadt geht. Man kann von dort auch die römischen Ausgrabungsstätten von Fiesole erreichen. Mithilfe der City Sightseeing App kann man jederzeit einsehen, wo sich die Busse aktuell befinden und wann der nächste ankommt.
