Ungarn ist ein Land, das ich mit zwei Reisen, und davon einer zwölftägigen intensiven Rundreise noch lange nicht ausgeschöpft habe – und das ist ein Kompliment. Kaum eine Region Mitteleuropas hat auf so engem Raum so viele Schlösser, Burgen, Kirchen und Klöster zu bieten wie Ungarn, und das nicht nur in der Hauptstadt. Es sind die kleinen und mittelgroßen Städte – Eger, Sopron, Pécs, Esztergom, Veszprém –, die überraschen: mit Sehenswürdigkeiten, von denen man bei uns kaum je gehört hat, und mit einer Stille, die man in den großen Touristenzielen Italiens oder Österreichs längst nicht mehr findet.
Man sieht, dass sich etwas verändert in Ungarn. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten sind in den letzten Jahren sorgfältig restauriert worden, und das Land blüht an vielen Ecken kulturell auf. Gleichzeitig ist der Kontrast zwischen renoviertem Denkmal und grauem Ortsrand in vielen Gegenden deutlich – das gehört zur Realität des Landes dazu und macht es, bei aller Ungeschöntheit, authentisch.
Die Küche ist ein echtes Argument für eine Ungarnreise: deftig, fleischhaltig, aromatisch und weit vielfältiger als das Gulasch-Klischee vermuten lässt. Für Vegetarier gibt es zwar auch immer etwas, aber die traditionelle Küche ist eine andere. Praktisch zu wissen: In größeren Städten kommt man mit Englisch gut durch, in kleineren Orten wird die Verständigung ohne Übersetzungshilfe zur echten Herausforderung – englische Speisekarten und Führungen sind dort keineswegs selbstverständlich.